Zahlt die gesetzliche oder private Krankenversicherung die Entfernung von Brustimplantaten?

Ein Streit erhitzt derzeit die Gemüter: Müssen die gesetzlichen oder privaten Krankenversicherungen die Kosten für die Entfernung von lebensgefährlichen Brustimplantaten übernehmen?

Der Skandal weitet sich immer mehr aus. Die gefährlichen Implantate der französischen Firma PIP wurden auch in deutschen Kliniken eingesetzt. Mediziner empfehlen allen Frauen, die mit industriellem Silikon gefüllten Kissen möglichst umgehend entfernen zu lassen, da die austretenden Stoffe krebserregend sein können. Insgesamt dürften die Kosten für die operativen Eingriffe in die Millionen gehen, da in Europa etwa 500.000 Frauen betroffen sind.

Einige gesetzliche Krankenversicherungen in Deutschland haben schon angekündigt, dass sie entsprechende Kosten nicht übernehmen werden. Nun schließen sich auch die ersten Privatkassen dieser Aussage an. Offensichtlich werden die Patientinnen die Kosten von meist mehreren tausend Euro allein begleichen müssen. Wegen des hohen gesundheitlichen Risikos der Implantate hat sich jetzt allerdings das Bundesgesundheitsministerium in die Debatte eingeschaltet.

Nach Meinung des Ministeriums sollten die Kassen wenigstens die Kosten für die Entfernung der schädlichen Produkte übernehmen. Aber selbst wenn die Kosten der Entfernung durch die Krankenversicherung getragen werden, ist der eventuelle Einsatz neuer Implantate immer noch durch die Betroffene selbst zu finanzieren.

Ganz anders sieht es dagegen bei Untersuchungen zur Vorsorge aus. So übernehmen die Krankenversicherungen immer häufiger Kosten für Vorsorgeuntersuchungen. Denn früh erkannte Krankheiten verursachen in der Behandlung meist deutlich weniger Kosten als spätere Nachsorgebehandlungen. Ein typisches Beispiel dafür ist die Diagnose des Darmkrebses. In einer Vorsorgeuntersuchung früh festgestellte Vorstufen der Krebserkrankung lassen sich heute bereits sehr gut behandeln mit hoher Erfolgsrate bei der Heilung. Es entstehen damit für die Krankenkassen insgesamt deutlich geringere Kosten als bei Ausbruch der Krankheit.