Wirklich notwendig, die private Krankenzusatzversicherung?

Müssen die Deutschen bei den hohen Krankenkassenbeiträgen denn auch noch eine private Krankenzusatzversicherung abschließen? Wir sind überversichert, wird oft behauptet. In einigen Lebensbereichen stimmt dies auch mit Sicherheit. Für den Gesundheitsschutz trifft die Aussage aber nicht zu.

Besonders als Reiseweltmeister gehen die Bundesbürger mit ihrem Gesundheitsschutz im Ausland oft fahrlässig um. Viele glauben, dass im Urlaub auch die Auslandskrankenversicherung, die ja in der gesetzlichen Krankenversicherung integriert ist, völlig ausreichend sei. Das stimmt aber nur bedingt.

Zunächst gilt die Auslandsversicherung nur für die Länder, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat. Und das sind gar nicht so viele Staaten. Die meisten liegen ohnehin in Europa. Bei exotischen Reisezielen ist also eine private Krankenzusatzversicherung als absolute Pflicht anzusehen. Selbst in Australien oder Neuseeland greift der in der gesetzlichen Krankenversicherung integrierte Auslandsschutz nicht. Zwar hatten bisher einige Kassen einen weltweiten Schutz für ihre Mitglieder angeboten und damit Kunden gelockt, aber dieser integrierte Schutz ist ab Jahresbeginn 2013 unwirksam.

So warnt der ADAC vor sorglos angetretenen Auslandsreisen. Privatärzte müssen selbst bezahlt werden. Eine relativ harmlose Blinddarmoperation schlägt beispielsweise in den USA mit etwa zwanzigtausend Euro zu Buche. Ohne eine private Krankenzusatzversicherung kann so die Urlaubsreise schnell in den finanziellen Ruin führen. Bereits jetzt sind ein ganze Anzahl Deutsche hoch verschuldet, weil sie es versäumt hatten, eine private Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Gerade bei der bevorstehenden Wintersaison mit den oft schweren Pistenunfällen in den Alpen (Schweiz, Italien, Österreich) sollte jeder Skifan an die umfassende gesundheitliche Absicherung denken. Denn eine Auslandskrankenversicherung ist oft schon für wenige Euro zu haben.