Verbraucherschützer raten von besonders „günstigen“ Berufsunfähigkeitsversicherungen ab

Sehr billige Tarife zur Berufsunfähigkeitsversicherung sind meist nicht einmal den niedrigen Beitrag wert, wie ein unlängst veröffentlichter Artikel des „Handelsblattes“ aufzeigt. Verbraucherschützer raten nach eigenen Untersuchungen von solchen Billigtarifen dringend ab.

Zwar werden bei den Policen kaum genaue Befragungen oder etwa Überprüfungen zum Gesundheitszustand durchgeführt, doch enthalten die Versicherungen im Gegenzug viele Ausschlussklauseln. Beispielsweise werben die Versicherungsgesellschaften AXA und Generali mit solchen besonders günstig erscheinenden Tarifen. Beim genaueren Hinschauen stellt man aber schnell fest, dass die Vesicherungen ihren Schutz nur bei sehr wenigen Erkrankungen anbieten. Meist tritt die Leistung auch erst dann ein, wenn der Betroffene vollständig erwerbsunfähig geworden ist.

In den untersuchten Billigtarifen waren fast durchweg psychische Erkrankungen als Versicherungsfall ausgeschlossen. Aber gerade unter dem Aspekt der Zunahme dieser Krankheitsfälle in jüngster Vergangenheit sollte sich der Antragsteller hüten, eine solche Ausschlussklausel zu akzeptieren.

Ein anderer Grund der Zahlungsverweigerung durch private Berufsunfähigkeitsversicherungen wurde kürzlich vom Berliner Landgericht untersagt. Eine Versicherte hatte sich dem sogenannten EFL-Test nicht unterziehen wollen. Das Gericht entschied, dass der häufig von den gesetzlichen Sozialversicherungsträgern geforderte Test von den privaten Berufsunfähigkeitsversicherern nicht gefordert werden kann. Bei dem Test werden bestimmte Koordinationsfähigkeiten eines Patienten untersucht, was oft bis zur physischen Belastungsgrenze der Testpersonen gehen kann. Im konkreten Gerichtsurteil gaben die Berliner Richter einer Rentnerin Recht, die bereits Leistungen aus der Versicherung bezog und sich nun einen solchen EFL-Test unterziehen sollte. Sie lehnte ab mit dem Verweis, dass der verlangte Test ihren Gesundheitszustand noch verschlimmern würde.