Sparer verschenken Zulagen bei der Riester Rente

Millionen Deutsche vertrauen der Riester Rente, aber sie verschenken gleichzeitig einen Teil oder die gesamten staatlichen Zulagen, weil sie die Förderkriterien nicht erfüllen oder die Zulage schlicht und einfach nicht beantragen.

Die Bundestagsfraktion der Linkspartei hatte kürzlich eine Anfrage gestellt und eine entsprechende Auskunft durch das Bundesfinanzministerium erhalten. Viele Riester-Sparer bekommen gegenwärtig nicht die volle staatliche Zulage. 2008 erhielten von den reichlich neun Millionen Sparern mit einem abgeschlossenen Vertrag zur Riester Rente lediglich knapp 62% die volle staatliche Zulage. Im Jahr 2009 wurden dann zwar fast 10 Millionen Riester Verträge gezählt, die die Voraussetzungen zur staatlichen Zulage erfüllten, allerdings erhielten von diesen Berechtigten nur noch etwa 58% die volle Grundzulage. Die Situation änderte sich auch 2010 nicht.

Zwar steigen die Verträge zur Riester Rente stetig an und damit auch die Anzahl der Personen, die eigentlich in den Genuss der staatlichen Förderung kommen könnten, der Anteil derjenigen, die aber nur einen Teil der Zulagen oder gar keine erhalten, liegt nach wie vor bei über 40 Prozent. Viele Sparer vergessen einfach, die staatliche Förderung zu beantragen.

Ein anderer Grund für die ungenutzten Fördersummen liegt in der Tatsache, dass Privatvorsorger nicht genügend Geld in ihren Riester Vertrag einzahlen. Die Riester Rente selbst steht allerdings bei einigen Wirtschaftsforschern auch nicht gerade in einem positiven Licht.

So stellten die Friedrich-Ebert-Stiftung und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge eine schlechte Note aus. “Riester-Sparer werden in vielen Fällen nur so viel Rendite erzielen, als hätten sie ihr Kapital im Sparstrumpf gesammelt”, zitiert der Spiegel eine DIW-Wissenschaftlerin. Nach einer Beispielrechnung der DIW-Analyse muss eine heute 35-jährige Frau mit 2 Kindern und einem gerade abgeschlossenen Vertrag zur Riester Rente stolze 85 Jahre alt werden, um eine Rendite von mageren 2,5% auf ihr eingezahltes Kapital zu erhalten.