Risikolebensversicherung: Information an Versicherungsvertreter ausreichend

Wenn ein Kunde seinem Versicherungsvertreter bei der Gesundheitsprüfung zur Risikolebensversicherung wahrheitsgemäß alle Angaben zu seinem Gesundheitszustand macht und der Vertreter diese nicht alle aufnimmt, darf die Versicherungsgesellschaft später nicht von einem abgeschlossenen Vertrag zurücktreten.

Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes (Az. IV ZR 130/09) ist der Vertreter das „Auge und Ohr“ seiner Gesellschaft, für die er arbeitet. Wenn ein Kunde oder ein Antragsteller einer Risikolebensversicherung also alle durch den Vertreter gestellten Fragen zu seiner Gesundheit wahrheitsgemäß beantwortet, der Vertreter aber nicht alle diese Aussagen in den Vertrag aufgenommen hat, kann der Versicherer im Zweifelsfall nicht wegen vermeintlicher Falschaussage vom Vertrag zurücktreten.

Meist kommt es im Versicherungsfall zur Prüfung von Akten und fehlende Angaben zu gesundheitlichen Fragen treten zu Tage. Fehlende Angaben berechtigen den Versicherer zur Verweigerung der Vertragserfüllung. Kann der Kunde jedoch nachweisen, dass der Versicherungsvertreter diese Angaben nicht weitergegeben hat, besteht die Vertragspflicht durch die Versicherungsgesellschaft. Nun wird es oft schwer sein, das Versäumnis des Vertreters zu belegen, vor allem dann, wenn bei der Risikolebensversicherung der „Schadensfall“ eintritt, was im konkreten Fall das Ableben des Versicherten bedeutet. Es empfiehlt sich deshalb, das Gespräch mit dem Versicherungsvertreter unter Zeugen stattfinden zu lassen bzw. selbst ein Gesprächsprotokoll anzufertigen, welches beide Seiten unterzeichnen.

Bei der Frage der Haftung besteht allerdings ein Unterschied zwischen einem Versicherungsvertreter und einem Makler. Dieser ist nicht an eine bestimmte Versicherungsgesellschaft gebunden. Rechtlich gesehen vertritt er den Kunden: Für den Makler gilt die „Auge-und-Ohr-Rechtsprechung“ nicht. Nimmt ein Makler Gesundheitsfragen falsch auf, ist der Versicherer berechtigt die Leistungen aus der Risikolebensversicherung zu verweigern. Klage müsste in einem solchen Fall gegen den Makler geführt werden.