Riester Rente bald keine private Altersvorsorge mehr?

Nein, abschaffen will die Politik die Riester Rente keinesfalls. Hier liegt die Betonung auf „privat“. Denn das Schreckgespenst für viele Arbeitnehmer heißt „Zwangsriestern“.

Geht es nach dem Willen einiger Politiker, so wird die freiwillige, private und staatlich geförderte Altersvorsorge nach dem Riester-Modell bald verpflichtend für jeden Arbeitnehmer sein. Nach diesen Modell- und Gedankenspielen soll ein bestimmter Anteil des Verdienstes jedes Arbeitnehmers in eine dann verpflichtende zusätzliche Rentenversicherung abgeführt werden.

Nun könnte man meinen, dass die Arbeitnehmer dagegen Sturm laufen. Aber weit gefehlt. In einer im Auftrag der Union Investment geführten Umfrage unter 500 Personen der relevanten Zielgruppe der Zwanzig- bis Fünfzigjährigen waren über ein Drittel der Befragten mit eine solchen privaten Zwangsrente durchaus einverstanden. Dabei gab es einen erheblichen Unterschied bei der Befürwortung zwischen Männern und Frauen. Letztgenannte stimmten diesem Modell sogar mit über 40 Prozent zu.

Die Idee eines privaten Zwangsrentenbeitrages stammt übrigens nicht aus Deutschland. In Schweden wird das System schon praktiziert. Neben der umlagefinanzierten Rente müssen schwedische Arbeitnehmer noch 2,5% ihres Verdienstes in eine Zusatzversicherung einzahlen. Zur Einzahlung werden verschiedene Fonds angeboten, die wahlweise entweder privat oder staatlich gemanagt sind.

Die Versicherungsbranche steht schon in den Startlöchern und wittert ein gutes Geschäft. Zumindest dann, wenn das „Zwangsriestern“ nicht von der staatlichen Rentenversicherung mit betreut wird. Letzteres wäre wohl auch die denkbar ungünstigste Lösung. Denn staatlicher Zwang verbunden mit staatlicher Verwaltung ist beinahe immer mit einem Verlust an Effizienz und damit auch dem Renditeverlust verbunden. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob sich der Vorschlag einer zwangsweisen privaten Vorsorge umsetzen lässt. Andererseits wird ohne zusätzliche Maßnahmen der drohenden Altersarmut in Deutschland nicht beizukommen sein.