Private und gesetzliche Krankenversicherung: Kostenübernahme bei Magenverkleinerung?

Für viele stark übergewichtige Menschen stellt sich die Frage, ob ihre private oder gesetzliche Krankenversicherung die Kosten erstattet, wenn eine Magenverkleinerung der einzige Ausweg zur Geschichtsreduzierung zu sein scheint.

Die Zahl dieser Operationen hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Generell müssen Krankenkassen nur für Behandlungen aufkommen, die in ihrem Leistungskatalog stehen oder die als medizinisch notwendig angesehen werden. Doch genau letzter Punkt sorgt immer wieder für Probleme und Diskussionen. Nicht nur, dass eine genaue Definition von „medizinisch notwendig“ nicht immer ganz leicht ist, manche Kassen lassen sich für diese Entscheidung auch noch lange Zeit.

Bisher hatten die Krankenkassen eine Kostenübernahme für Operationen wie die Magenverkleinerung in der Regel abgelehnt. In Ausnahmefällen kann der Patient jetzt aber doch auf die Erstattung der anfallenden Kosten hoffen. Eine Frau hatte dies kürzlich vor dem Landessozialgericht Rheinland-Pfalz durchgesetzt. Im konkreten Fall hatte eine Frau, die bei einer Größe von 1,63 Meter über 170 kg wog, die Magenverkleinerung als letzte Chance gesehen, dauerhaft ihr Gewicht zu reduzieren. Die Kosten von ca. 7.300 Euro wollte ihre Krankenversicherung nicht übernehmen. Zunächst wies das Sozialgericht Koblenz die Klage der Frau ab. Im Berufungsprozess revidierte dann das Landessozialgericht allerdings das erste Urteil. Die Krankenkassen seien im Ausnahmefall zur Kostenübernahme bei solchen Operationen verpflichtet, wenn alle anderen Möglichkeiten der Gewichtsreduzierung zuvor versagt hätten. Da die Frau mit erheblichen gesundheitlichen Schäden rechnen müsse, wenn sie ihr Gewicht nicht dauerhaft reduziere und sie glaubhaft andere Versuche nachgewiesen hatte, müsse die Kasse zahlen.