Private Pflegeversicherung: Der Pflege-Bahr ist da

Bereits seit Monaten ist die neue Form der privaten Pflegeversicherung in der Diskussion. Nun ist sie also beschlossene Sache. Kein Wunder, dass sich die Politik angesichts einer drohenden Unterfinanzierung im Bereich der Pflege mit diesem Thema befasste.

Angesichts des viel zitierten „demographischen Wandels“ unserer Gesellschaft ist davon auszugehen, dass in den kommenden Jahrzehnten der Bedarf an Pflegeleistungen – und damit der Finanzierung dieser – stark steigen wird. Bisher haben allerding nur sehr wenige Deutsche eine Zusatzversicherung für Pflegeleistungen abgeschlossen. Schließlich wurde doch vor einigen Jahren eine gesetzliche Pflegeversicherung eingeführt. Nur scheint sich diese jetzt als völlig unterdimensioniert herauszustellen. Zumindest argumentieren die Fachleute der Branche so. Oder sind es vielleicht nur die Fachleute der Versicherungsbranche?

Sicher ist jedoch schon heute, dass mit der gesetzlichen Pflegeversicherung die Plätze für ein Pflegeheim nicht finanziert werden können. Allenfalls die Hälfte der anfallenden Kosten kann die gesetzliche Versicherung übernehmen. Bei der notwendigen Zuzahlung von oft 1500 Euro und mehr wird bei der künftigen Rentengeneration der Bezug der Altersrente kaum noch ausreichen, um einen Heimplatz mitzutragen. Deshalb soll eine staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung dem Missstand Abhilfe schaffen.

Das Bahr-Modell sieht nun so aus: Wer monatlich mindestens 10 Euro in eine private Pflegeversicherung einzahlt, die im Pflegefall dann mindestens 600 Euro monatlich auszahlt, der erhält eine staatliche Förderung von 5 Euro im Monat. Die ersten Produkte von der Huk-Coburg und der Barmenia sind bereits auf dem Markt. Interessenten sollten allerdings für einen besseren Vergleich auf das Angebot weiterer Gesellschaften warten. Immerhin hat die Stiftung Warentest bereits die beiden genannten Versicherungen einem Test unterzogen und kommt zu dem Schluss, dass es durchaus sinnvoll sein kann, das staatlich geförderte Angebot in Anspruch zu nehmen.