Private Krankenversicherung: Wechsel in gesetzliche Kasse möglich?

Tatsächlich gibt es Möglichkeiten für den Wechsel aus einer privaten Krankenversicherung in eine gesetzliche Krankenversicherung.

Viele Kunden der privaten Kassen erlebten zu Jahresbeginn eine böse Überraschung. Ihre Privatversicherung erhöhte erst einmal kräftig den Beitrag. Erhöhungen von bis zu 40 Prozent brachten so manchen Freiberufler oder Rentner mit mittlerem Einkommen zur Überlegung, ob es denn nicht eine Möglichkeit gäbe, wieder in die gesetzliche Krankenversicherung zurückzukehren.

Beispielsweise berichtete der Chef der AOK Rheinland/Hamburg dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“, dass sich derzeit Anrufe häufen, die entsprechende Anfragen stellen. Allerdings erlaubt der Gesetzgeber den Wechsel von einer privaten in eine gesetzliche Krankenversicherung nur in wenigen Ausnahmefällen.

Eine Möglichkeit bietet die Arbeitslosigkeit. Arbeitslose müssen sich aber beeilen. Denn nur solange sie ALG I beziehen, ist der Wechsel möglich. Hartz IV-Empfänger dürfen die private Krankenversicherung dagegen nicht verlassen. Möglich ist ein Wechsel in eine gesetzliche Krankenversicherung auch Angestellten und Selbständigen bis zu einem Alter von 55 Jahren, deren Einkommen unter der Grenze der Versicherungspflichtgrenze von derzeit 50.850 Euro pro Jahr liegt. Außerdem dürfen auch Studenten unter 30 Jahren sowie Berufsanfänger wechseln, deren Verdienst unter die Versicherungspflichtgrenze fällt.

Sollte ein Arbeitnehmer mit seinem Gehalt über vorgenannter Grenze liegen, gibt es für trotzdem eine Chance. Allerdings muss sein Arbeitgeber dann „mitspielen“. So könnte der privatversicherte Arbeitnehmer zum Beispiel zeitweise seine Arbeitsstundenzahl pro Monat verringern lassen und damit unter die Versicherungspflichtgrenze rutschen. Nach dem Wechsel in die gesetzliche Kasse könnte er sich die Stundenzahl dann wieder „heraufsetzen“ lassen. Auch können Freiberufler unter 55 Jahre ihre Tätigkeit aufgeben und in ein Arbeitsverhältnis als Arbeitnehmer wechseln verbunden mit dem Wechsel in eine gesetzliche Krankenversicherung. Gehen sie später wieder einer selbständigen Tätigkeit nach, können sie in der gesetzlichen Kasse verbleiben.