Private Krankenversicherung: Vermittlerprovision wird begrenzt

In den vergangenen Jahren haben einige Vermittler von privaten Krankenversicherungen den Ruf der Branche etwas geschadet. Nicht zuletzt geriet die gesamte Branche durch Werbemails in Form von Massenversendungen, gern auch als Spam bezeichnet, in Verruf.

Nun stammen wahrscheinlich fast alle dieser dubiosen Emails überhaupt nicht von Versicherungsvermittlern, der Unmut vieler Bürger wächst durch solche Aktionen trotzdem. Jetzt hat sich sogar der Finanzausschuss des Bundestages mit dem Thema Vermittlungsprovisionen bei privaten Krankenversicherungen beschäftigt. Schließlich hatten einige der freien Vertreter Provisionen von bis zu achtzehn Monatsbeiträgen von den Versicherungen erhalten. Aber nicht nur das: In der Folgezeit „schwatzten“ die Vermittler ihren neuen Kunden immer wieder neue Zusatzprodukte oder gar einen Krankenversicherung Wechsel auf, um weitere Vermittlungsprovisionen zu kassieren. Dieser Praxis soll nun ein Riegel vorgeschoben werden.

Nach Medienberichten kam es im Bundestagsausschuss nun zu einer Einigung, die eine Höchstprovision für die Vermittlung einer privaten Krankenversicherung vorsieht. Zwar liegt dieser Höchstsatz mit neun Monatsbeiträgen über dem ursprünglichen Vorschlag, würde aber die bisherigen Spitzensätze immerhin halbieren. Außerdem soll die Haftung bei Stornierungen auf sechzig Monate ausgedehnt werden mit der Einschränkung, dass diese entfällt, wenn der Privatversicherte durch persönliche Umstände wieder in eine gesetzliche Krankenkasse zurückkehren muss. Der neue Grenzwert gilt allerdings nur für Neuabschlüsse, Bestandsverträge fallen nicht unter die Vorgabe.

Natürlich ruft die Neuregelung in der Branche nicht gerade Begeisterungsstürme hervor. Besser wäre es sicher gewesen, die Lösung wäre eigenständig gefunden worden. Seriöse Vermittler dürften allerdings von der Deckelung der Provisionssätze ohnehin nicht betroffen sein, da ihr Verdienst bisher auch schon unter der neu festgesetzten Marke lag.

Somit betrifft diese Diskussion wieder mal nur die “schwarzen Schafe”, welche es fast in jeder Branche gibt, auch wenn die Versicherungswirtschaft unabhängig davon nicht zu den “Lieblingen” der Nation zählt.