Private Krankenversicherung unter „Dauerbeschuss“

Die private Krankenversicherung steht bereits seit geraumer Zeit in der Medienkritik. Als problematisch gesehen werden vor allem solche Dinge wie häufige Beitragsanpassungen (meist natürlich Beitragssteigerungen), Lücken im Leistungsangebot in einzelnen Bereichen und vor allem eine Versichertenstruktur, die viele Fragen aufwirft.

Denn jeder zweite Privatversicherte ist nicht erwerbstätig und nur etwa jeder fünfte privat Versicherte verfügt über ein Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Krankenversicherung. Bei den Privatpatienten handelt es sich also um eine sehr heterogene Gruppe. Zur großen Anzahl Nichterwerbstätiger zählen vor allem Rentner, Pensionäre und Kinder, wie eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der privaten Krankenversicherung (WIP) aufzeigt. Mit dieser Studie wird die These eindeutig widerlegt, dass in den privaten Krankenkassen hauptsächlich Personen mit hohem Einkommen versichert seien.

Auf Basis von Einkommensuntersuchungen wurde ermittelt, dass über 80% oder reichlich 7 Millionen Privatversicherte ein Einkommen unterhalb der Entgeltgrenze beziehen (Jahreseinkommen). Nur etwa 1,8 Millionen oder knapp 20% liegen über der Beitragsbemessungsgrenze. Nun sind in diesen Berechnungen zwar auch Minderjährige ohne Einkommen oder mit einer Ausbildungsvergütung enthalten, grundsätzlich ändere dies aber nichts an der Gesamtaussage. Selbst wenn die Jahrgänge der Minderjährigen aus den Betrachtungen herausgenommen werden, ändert sich das Verhältnis nur auf 77:23 Prozent.

Von den Berufstätigen bildet die Gruppe der Beamten mit etwa 2,2 Millionen Beitragszahlern zahlenmäßig derzeit den Hauptteil in den privaten Krankenversicherungen (PKV). Selbstständige folgen dann mit einem Anteil von rund 1,4 Millionen. Etwa eine Millionen Arbeitnehmer sind in den PKV versichert. Damit hat jeder neunte abhängig Beschäftigte eine private Krankenversicherung abgeschlossen. Dagegen ist die Gruppe der Studenten in den PKV wenig präsent. Nur etwa jeder 33. ist privat versichert.