Private Krankenversicherung: bei Unisex-Tarife zahlen (fast) alle drauf

Über die Umstellung auf die sogenannten Unisex-Tarife, auch bei den privaten Krankenversicherungen, wurde an dieser Stelle bereits berichtet. Die von vielen Experten bereits vor Monaten abgegebenen Prognosen, dass sich durch die EU-Regelungen keine positiven Effekte für die Verbraucher ergeben werden, haben sich nun bestätigt. Die meisten der Unisextarife führen bei den privaten Krankenkassen nur zu einem Ergebnis: zur Beitragserhöhung.

Nach einem Bericht des Handelsblattes gibt es die folgenden ernüchternden Ergebnisse der Umsetzung der EU-Richtlinien. Ein vierzigjähriger Mann zahlt im Durchschnitt bei einer privaten Krankenversicherung jetzt etwa einhundert Euro mehr pro Monat. Nun sollte man meinen, dass dafür Frauen eine Beitragssenkung zu erwarten hätten. Der Beitrag wurde auch tatsächlich reduziert. So zahlt eine dreißigjährige Frau in der gleichen Versicherung jetzt sage und schreibe einen Euro weniger im Monat. Eine Vierzigjährige muss dagegen sogar monatlich sieben Euro mehr aufbringen. Dies ergaben zumindest die kürzlich gemachten Untersuchungen des Analysehauses Morgan & Morgan. Im Dezember gelangte die Agentur Franke & Bornberg zu einem ähnlichen Ergebnis.

Aber nicht nur bei den privaten Krankenversicherungen müssen die meisten Verbraucher tiefer in die Tasche greifen. Sehr unerfreulich sieht es zumindest für Frauen auch bei der Risikolebensversicherung aus. Während Männer hier im Durchschnitt mit einem um 16% niedrigeren Beitrag rechnen können, fällt die Steigerung bei Frauen mit bis zu 25% drastisch aus. Gleiches gilt bei Renten- und Berufsunfähigkeitsversicherungen:

Gerade für Familien, bei denen beide Partner die gleiche Versicherung abgeschlossen haben (private Krankenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, private Rentenversicherung) wird die Gesamtbilanz hinsichtlich der monatlichen Kosten in der Regel negativ ausfallen.