Private Altersvorsorge trotz positiver Signale der gesetzlichen Rentenversicherung notwendig

Die Renten werden 2012 steigen, vielleicht wird die private Altersvorsorge deshalb bald in den Hintergrund treten?

Nach jahrelangen Negativschlagzeilen sorgt die gesetzliche Rentenversicherung jetzt mit ihrer Ankündigung über deutlich steigende Rentenbezüge im Jahr 2012 für eine gehörige Überraschung. Damit scheint sich doch die Lage der derzeitigen und auch der künftigen Rentnergeneration zu verbessern. Schließlich verbessern sich auch die Aussichten für die jüngeren Jahrgänge. Doch der Schein trügt. Wer mein, nun vielleicht auf die private Altersvorsorge verzichten zu können, der irrt.

Sicher ist, dass die derzeitige Inflationsrate die realen Rentensteigerungen „auffrisst“. Hinzu kommen ständig steigende Kosten im Gesundheitswesen, von denen gerade ältere Menschen besonders betroffen sind. Und dann kommt noch ein ganz anderer Faktor hinzu, der die derzeitigen positiven Aspekte in einem ganz andern Licht erscheinen lassen: die Gefahr der steigenden Altersarmut.

Weisen viele Bezieher der gesetzlichen Rente momentan noch einen fast lückenlosen beruflichen Lebenslauf auf, so wird sich diese Situation in einigen Jahren ganz anders darstellen. Viele Arbeitnehmer, die in zehn oder zwanzig Jahren in Rente gehen werden, weisen gravierende Lücken in ihrem beruflichen Werdegang auf. Zeiten von Arbeitslosigkeit und Jobs im „Minilohnsektor“ sorgen dafür, dass die Beitragszahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung zeitweise nicht oder nur in beschränktem Maße erfolgen. Außerdem wird das Rentenniveau in den kommenden 30 Jahren weiter sinken. So kann man von der aktuellen Situation der Rentner keine Rückschlüsse auf die Einkommenslage künftiger Generationen ziehen.

Umso wichtiger ist es deshalb, dass sich gerade junge Leute, die in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, rechtzeitig Gedanken über ihre finanzielle Situation im Alter machen. Denn ob der Staat mit seinem derzeitigen Rentensystem einen Ausweg aus der drohenden Altersarmut für viele Menschen aufzeigen kann, bleibt abzuwarten.