Private Altersvorsorge: die Angst vor der Altersarmut steigt

Bereits mehrfach wurde an dieser Stelle über einen zunehmenden Vertrauensverlust in viele Vorsorgeprodukte – besonders die Riester Rente sei an dieser Stelle genannt – geschrieben. Nun könnte man den Schluss ziehen, dass wahrscheinlich viele Leute wieder mehr Vertrauen in die staatliche Rentenversicherung fassen, dem ist jedoch nicht so.

Nach einer Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes gehen 38 Prozent der Befragten davon aus, dass sie im höheren Alter von Altersarmut betroffen sein werden. Dramatisch liest sich besonders das Ergebnis in der Gruppe der unter Fünfunddreißigjährigen. Hier ist fast die Hälfte davon überzeugt, im Rentenalter keine vernünftige finanzielle Basis zu besitzen. Selbst gut verdienende Arbeitnehmer zweifeln am gesetzlichen Rentensystem und ihren späteren Bezügen. Deshalb ist besonders bedauerlich, wenn in der privaten Altersvorsorge auch keine Lösung gesehen wird. Allerdings bestätigen sich die skeptischen Ansichten derzeit.

Bald kommen wieder die Zahlen der Lebensversicherer auf den Tisch. Experten gehen davon aus, dass die Gesamtverzinsung der 2013 zur Auszahlung kommenden Verträge deutlich unter der bei Vertragsabschluss genannten Garantieverzinsung von 4 Prozent liegen wird. Lag die Verzinsung der abgelaufenen Verträge 2012 wenigsten noch bei 3,93%, muss für das kommende Jahr ein Absinken des Zinssatzes um 0,3% erwartet werden.

Das Konzept der Garantieverzinsung steht ohnehin auf dem Prüfstand. Von den bei Neuabschlüssen garantierten 1,75% Zinsen bleibt effektiv beim Kunden ohnehin kaum noch ein Prozent übrig. Der Restbetrag wird von Kosten, Rückstellungen und Provisionen „aufgefressen“. So bleibt nur noch die Aussicht auf die sogenannten Überschussbeteiligungen. Aber auch bei diesen sieht es derzeit schlecht aus. Für das laufende Jahr wird bei vielen Gesellschaften keine Erhöhung der bisher erwirtschafteten Beträge erwartet. Hier gilt es aufmerksam die Bewegungen an der Börse zu verfolgen.

Die private Altersvorsorge steckt derzeit in der Sackgasse und ein Ausweg ist kurzfristig nicht in Sicht.