Negative Bescheide der gesetzlichen Krankenversicherungen

Großen Staub wirbeln derzeit die vielen Ablehnungsbescheide der gesetzlichen Krankenversicherungen auf. Worum geht es dabei?

Normalerweise sollten in der gesetzlichen Gesundheitsversorgung der Arbeitnehmer, die Mitglied in den entsprechenden gesetzlichen Krankenkassen sind, solche Dinge wie Krankengeld, technische Hilfsmittel und Rehabilitationsaufenthalte selbstverständlich sein. Doch im vergangenen Jahr häuften sich offensichtlich die Fälle, in denen die Kassen trotz durch den Arzt bestätigter Notwendigkeit von Maßnahmen, selbige abgelehnten. Die durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) jüngst vorgelegten Zahlen bestätigen die Verfahrensweise.

So wurden beispielsweise im Jahr 2012 in etwa 1,5 Millionen Fällen die ärztlichen Gutachten, die eine Arbeitsunfähigkeit auswiesen, durch die Kassen nicht anerkannt und statt dessen ein Gutachten der MDK angefordert. Mit dieser Maßnahme sollte die tatsächliche Arbeitsunfähigkeit des Versicherten überprüft werden. In sechzehn Prozent der Fälle wurde den Patienten danach eine Arbeitsfähigkeit attestiert. Noch höher lag die Quote der Überprüfungen bei den Rehabilitationsmaßnahmen und bei der Notwendigkeit der Inanspruchnahme technischer Hilfsmittel (beispielsweise Rollstühle oder Hörgeräte). Bei den 700.000 Überprüfungen von Reha-Maßnahmen wurde in über 38% der Fälle keine Notwendigkeit gesehen, in etwa 37% der Fälle wurden technische Hilfsmittel abgelehnt (500.000 geprüfte Fälle).

Patienten sollten sich aber mit Ablehnungsbescheiden keinesfalls abfinden. Da viele Entscheidungen ausschließlich auf einer Aktengrundlage getroffen werden, lohnt sich oft der Einspruch. Gegebenenfalls sollte vom behandelnden Arzt ein zweites Gutachten eingefordert werden. Besonders kritisch sind Fälle zu betrachten, bei denen psychische Erkrankungen zur Arbeitsunfähigkeit führen und in vielen Fällen nach Prüfung der Aktenlage abgelehnt werden. Patienten sollten diese Ablehnungsbescheide in erster Instanz nicht widerspruchslos hinnehmen.