Minusgeschäft private Altersvorsorge?

Wer in eine Betriebsrente als private Altersvorsorge einzahlt, bekommt oft weniger heraus als den eingezahlten Betrag. Ein Test des Verbrauchermagazins „Ökotest“ vom Monat Mai offenbarte diese erschreckende Erkenntnis. Die betriebliche Altersvorsorge galt bisher nicht nur als bequem sondern auch als lukrativ. Viele Finanzexperten empfahlen Arbeitnehmern diese Chance der Altersvorsorge unbedingt zu nutzen, wenn der eigene Arbeitgeber sie anbietet.

Allerdings stellte das Verbrauchermagazin nun fest, dass bei einem Testkunden das zugesicherte Kapital bei Auszahlungsbeginn knapp 2.000 Euro unter seinem eingezahlten Beitrag von 21.000 Euro lag. Das bedeutet einen satten Verlust von fast 10 Prozent! Mit der betrieblichen Altersvorsorge will der Arbeitgeber seine Beschäftigten eigentlich unterstützen. So können die Arbeitnehmer einen Teil ihres Gehalts in eine private Altersvorsorge umwandeln. Der Vorteil: mit diesen Beiträgen sparen sie Steuern und Sozialabgaben auf ihr Bruttogehalt. Und ganz „nebenbei“ profitiert auch der Arbeitgeber davon. Er spart ebenso bei den Nebenkosten.

Die Zeitschrift „Ökotest“ untersuchte insgesamt 184 Tarife von 128 Direktversicherungen und 56 Pensionskassenangebote. Zwei Testpersonen wurden dabei betrachtet: ein 55 Arbeitnehmer mit einem Monatsbeitrag von 175 Euro zur Altersvorsorge und einem Renteneintritt mit 65 Jahren sowie ein Dreißigjähriger mit einem Monatsbeitrag von 100 Euro und einem Renteneintritt mit 67 Jahren. Zunächst mussten die Tester feststellen, dass viele Versicherer nicht bereit waren, Daten für die Untersuchung abzugeben. Die Bereitschaft sank zu vorhergehenden Tests dramatisch. Und das Ergebnis war ernüchternd.

Wie bereits eingangs schon angedeutet: dem 55-jährigen garantierten 85% der Direktversicherer und 82% der Pensionskassen seinen Kapitalerhalt nicht. Auch sollten Arbeitnehmer nicht mit den in den meisten Verträgen prognostizierten Überschüsse der Versicherer rechnen, die eine Garantierente erhöhen sollen. Die Finanzmarktkrise sorgt dafür, dass selbst im günstigen Fall einer Überschusszahlung diese wohl nicht einmal die derzeitige Inflationsrate erreichen wird.