Lebens-, Berufsunfähigkeitsversicherungen und weitere: Unisex-Tarife verteuern Policen

Ab 21.12.2012 müssen die Prämien für alle Versicherungen, speziell auch Berufsunfähigkeitsversicherungen, Lebensversicherungen oder Pflegezusatzversicherungen neutral im Sinne sogenannter Unisextarife gestalten werden. Mit anderen Worten: Es darf dann keine unterschiedlichen Tarife mehr für Männer und Frauen geben.

Für einige Versicherungen wird sich daraus die Folge ergeben, dass die Preise für die Policen steigen. Neukunden müssen durch die Unisex-Tarife mit teils deutlichen Preisaufschlägen gegenüber den bisherigen Tarifen rechnen. Wobei man bei der Teuerung im Vergleich zu den alten Policen nun wieder zwischen Männern und Frauen unterscheiden muss.

So müssen Männer beim Abschluss eines neuen Vertrages zur Berufsunfähigkeitsversicherung oder einer Pflegezusatzversicherung mit bis zu 40 Prozent höheren Beiträgen gegenüber den jetzt laufenden Verträgen rechnen, wenn man den Ausführungen der Zeitschrift “Finanztest” Glauben schenken darf (Ausgabe September 2012).

Werden die Beiträge bei den beiden genannten Versicherungen für Frauen vermutlich (leicht) sinken oder gleich bleiben – sie waren eben schon höher – dürften hier vor allem Risikolebensversicherungen stark im Beitrag steigen. Die Zeitschrift geht davon aus, dass die Pflicht zu Unisex-Tarifen aber von vielen Versicherungsgesellschaften dazu genutzt wird, gleich ordentlich in die Geldbörse der Versicherten zu greifen. Denn dort, wo es eine Erhöhung der Beiträge (fast) zwangsläufig geben muss, werden diese auch sofort umgesetzt.

Bei etwas günstigeren Beiträgen werden wohl die Einsparungen nur teilweise den Kunden zu Gute kommen. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls die stichprobenartig geführte Untersuchung des „Finanztests“.

Profitieren können Männer wahrscheinlich durch etwas sinkende Beiträge bei der Risikolebensversicherung, Frauen könnten beim Abschluss eines Rürup-Vertrages (für Selbständige) sowie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung Kosten sparen.