Initiative zu mehr Transparenz bei der Riester Rente

Die Riester Rente steht nicht erst seit diesem Jahr in der Kritik. Immer wieder kamen in der Vergangenheit Stimmen zu Wort, die eine Transparenz bei den verschiedenen Formen der Altersvorsorge anmahnten. Jetzt reagiert endlich auch der Gesetzgeber. Mit einer neuen Vorlage will man erreichen, dass die Kunden leichter ihre Entscheidung zu einer optimalen Vorsorge treffen können.

Bald sollen die Anbieter einer Riester Rente per Gesetz dazu verpflichtet werden, wichtige Eckpunkte des Vertrages offen zu legen. Dazu gehört zum Beispiel die zu erwartende Rendite, aber auch das damit verbundene Risiko. Zudem sollen die Kosten, die der Abschluss eines Riester Vertrages für den Kunden mit sich bringt, an eine zentrale Erfassungsstelle gemeldet werden.

Nach der Vorlage würden dann die eingehenden Daten durch eine unabhängige Institution berechnet und bewertet werden. Damit lehnt man sich der gängigen Praxis im Wertpapierbereich an. Hier muss bereits heute ein Produktinformationsblatt (PIB) erstellt werden. Ähnlich wie eine Packungsbeilage zu jedem Medikament kann sich der Verbraucher zu Vor- und Nachteilen des jeweiligen Produktes genau informieren. Eine deutlich bessere Vergleichbarkeit zwischen den einzelnen Riester Produkten und eine Transparenz auf dem Markt wäre die Folge.

Neben der klassischen Riester Rente soll künftig auch das als sogenanntes „Wohn-Riestern“ bekannt gewordene Modell der Bausparverträge verbessert werden. Ob sich damit der Erfolg der privaten Altersvorsorge einstellen wird, bleibt abzuwarten. Da selbst Bezieher mittlerer Einkommen später bei der Rente kaum noch über das Niveau der Grundsicherung hinauskommen und nach bisheriger Gesetzeslage die private Altersversorgung angerechnet wird, bevor es eine staatliche Unterstützung gibt, dürften viele Arbeitnehmer die Riester Rente weiterhin skeptisch betrachten.