Haftpflichtversicherung zahlt nicht bei Schäden in der Waschstraße

Nach einem kürzlich veröffentlichten Gerichtsurteil muss der Betreiber einer Waschstraße bzw. dessen Haftpflichtversicherung nicht für den Schaden an einem Auto einstehen, wenn die Anlage in technisch einwandfreiem Zustand war. Ist eine Waschanlage ohne technischen Mangel und wird ein Auto beim Waschvorgang beschädigt, so muss der Fahrzeughalter nachweisen, dass der Betreiber der Autowäsche eine Schuld an der Beschädigung hat.

Im konkreten Fall hatte der Fahrer eines Autos in einer Reinigungsanlage in Detmold seinen Wagen zur Pflege gegeben. Nach dem Durchfahren der Waschstraße wies das Fahrzeug Kratzspuren von der Motorhaube über die Scheibe bis zum Dach auf. Diese Spuren waren vorher nachweislich nicht vorhanden. Der Fahrzeugführer zeigte den Schaden unmittelbar nach dem Waschen an. Der Betreiber der Anlage lehnte die Übernahme des Schadens ab und verwies auf die regelmäßige Wartung der Autowäsche. Die Anlage sei auch am Tag des Schadens frei von jeglichen Fehlern gewesen. Der Betreiber lehnte die Begleichung des Schadens ab, da nach seiner Ansicht keinerlei Pflichtverletzungen vorliegen würden. Das Detmolder Amtsgericht schloss sich nach der Vernehmung von Zeugen und dem Gutachten eines Sachverständigen dieser Meinung an. Auch mit der Berufung vor dem Detmolder Landgericht hatte der Geschädigte keinen Erfolg.

Nach Ansicht beider Gerichte ist es die Sache des Autofahrers, die Schuld des Waschanlagenbetreibers nachzuweisen, da dieser die Anlage regelmäßig warten ließ und damit von einem technischen Versagen nicht auszugehen sei. Die Haftpflichtversicherung hätte damit zu Recht die Übernahme des Schadens in Höhe von 1.400 Euro abgelehnt.