Gibt es bald einen „Beipackzettel“ zur Riester-Rente und zur Rürup-Rente?

Sowohl für die Riester-Rente als auch für die Rürup-Rente wird derzeit die Erstellung einer allgemeingültigen Richtlinie von politischer Seite diskutiert. So wie dies bereits bei vielen Bankprodukten üblich ist, soll es auch für die private Altersvorsorge entsprechende Verbraucherinformationen geben. Darin sollen sowohl Vor- als auch Nachteile der einzelnen Produkte erklärt werden.

Denn wer durchschaut eigentlich noch die vielen Angebote vom sogenannten „Wohn-Riester“ angefangen bis hin zu Bank- oder Fondssparplänen? Das Finanzministerium beauftragte das Institut für Finanzdienstleistungen (IFF) mit der Erstellung eines sogenannten „Beipackzettels“ für die Produkte der Altersvorsorge. Das IFF präsentierte kürzlich die Ergebnisse des Auftrags. Ab 2014 ist der Einsatz von Informationsblättern zu den einzelnen Privatrenten-Produkten geplant.

Verbraucherschützer kritisieren die Vorschläge des IFF allerdings als intransparent. In den vorliegenden Beispielrechnungen wird meist vom Eintritt in das gesetzliche Rentenalter ausgegangen. Die Praxis zeigt aber, dass mehr als die Hälfte der Menschen derzeit immer noch deutlich früher in den Ruhestand gehen oder gehen müssen, da für ältere Arbeitnehmer einfach kein Angebot auf dem Arbeitsmarkt vorhanden ist. So erscheinen die Produkte oft günstiger als sie es im realen Fall eigentlich sind. Verbraucherschutzorganisationen fordern deshalb eine Überarbeitung des Informationsmaterials und den Zuschnitt auf die realen Bedingungen des Arbeitsmarktes.

Im Zusammenhang mit der Rürup-Rente sorgte kürzlich ein Gerichtsurteil für Schlagzeilen. Wurde die Rürup-Rente bisher unter anderem mit dem Vorteil der Pfändungssicherheit beworben, so relativiert sich dies jetzt mit besagtem Urteil. Danach hat der verfassungsrechtliche Gläubigerschutz Vorrang vor dem vertraglichen Abtretungs- und Übertragungsverbot. Die Rürup-Rente richtet sich ja in erster Linie an Freiberufler und Selbständige, die nicht in den Genuss einer betrieblichen Altersvorsorge kommen können. Machen diese nun Schulden, kann das über die Rürup-Rente angesparte Vermögen komplett gepfändet werden und steht damit im Alter nicht mehr zur Verfügung.