Gesetzliche und Private Krankenversicherung erstatten rezeptfreie Medikamente

Einige private Krankenkassen erstatten ihren Versicherten auch die Kosten für rezeptfreie Medikamente. Dies ist nicht neu. Jetzt sind aber auch einige gesetzliche Krankenversicherungen zur gleichen Praxis übergegangen.

Allerdings benötigen die Kassenpatienten zur Erstattung der Kosten ein sogenanntes „grünes“ Rezept vom Arzt. Diese Bescheinigung stellt der Arzt für die Apotheke aus, um auf die Notwendigkeit der Einnahme des entsprechenden Arzneimittels zu verweisen.

Übliche Praxis ist es bisher gewesen, dass der Krankenversicherte dieses Medikament vollständig selbst zu bezahlen hatte. Für eine Erstattung der Kosten durch die Krankenkasse muss der Patient neben dem Original des Rezeptes auch eine Quittung der Apotheke vorlegen. Allerdings sollten sich alle Versicherten vorher bei ihrer Kasse erkundigen, welche Medikamente tatsächlich finanziell übernommen werden und wie die Erstattung bei einer gesetzlichen Krankenversicherung dann konkret abläuft.

Ein Gespräch mit der jeweiligen Krankenversicherung ist die neue Praxis auf jeden Fall wert. Die Aufnahme solcher zusätzlicher Leistungen der Krankenversicherungen ist als Neuregelung seit dem 1. Januar erlaubt. Zu beachten ist dabei, dass die Kosten nur für solche Medikamente übernommen werden können, die ein Bundesausschuss nicht ausgeschlossen hat. Beispiele für Medikamente, die explizit von einer Kostenübernahme durch die Krankenversicherungen ausgeschlossen werden, sind beispielsweise Haarwuchsmittel oder diverse „Appetitzügler“.

Andererseits können nun für eine ganze Reihe apothekenpflichtiger Medikamente aus dem Bereich der Homöopathie oder der Phytotherapie die Kassen die Kosten übernehmen. So bezahlt zum Beispiel die Techniker-Krankenkasse genannte Medikamente nach entsprechender Einreichung von „grünem“ Rezept und Quittung vollständig, allerdings nur bis zu einer Grenze von insgesamt maximal 100 Euro pro Jahr.