Gesetzliche Krankenversicherung: Lange Wartezeiten auf Arzttermine

Patienten einer gesetzlichen Krankenversicherung müssen leider teilweise erheblich länger auf einen Arzttermin warten als Privat Krankenversicherte. Dies trifft vor allem auf Termine bei Fachärzten zu.

Bestätigt wird die Aussage, die schon seit längerer Zeit durch die Medien publiziert wird, kürzlich durch eine Studie der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen. Die Studie wurde durch die Kassenärztliche Bundesvereinigung in Auftrag gegeben. Nach den Untersuchungsergebnissen sind die Unterschiede bei den Wartezeiten teilweise erschreckend hoch.

Während durchschnittlich nur 4% der Patienten einer privaten Krankenkasse durchschnittlich länger als 3 Wochen auf einen Termin beim Arzt warten müssen, so sind es über 11% der Versicherten einer gesetzlichen Krankenkasse. Besonders drastisch fällt der Unterschied bei den Facharztterminen aus. Kassenpatienten müssen im Schnitt eine Wartezeit in Kauf nehmen, die um das Fünffache länger ist gegenüber den Privatpatienten.

Allerdings brachte die Umfrage auch positive Ergebnisse. Danach gaben fast ein Drittel der Befragten an, dass sie überhaupt nicht auf einen Termin beim Arzt warten müssten. 7% der Umfrageteilnehmer würden bereits am folgenden Tag nach der Anfrage einen Termin bekommen, 12% nach spätestens 3 Tagen und rund 10% der Umfrageteilnehmer müsste etwa eine Woche auf einen Termin bei ihrem Arzt warten. Weitere 11% müssten Wartezeiten von zwei oder drei Wochen in Kauf nehmen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hält dies für zu lange.

Die meisten Patienten haben nach den Ergebnissen ein gutes oder sehr gutes Verhältnis zu ihrem Arzt. Dabei spielt es keine besondere Rolle, in welcher Krankenversicherung die Patienten Mitglied sind. Über 90% aller Befragten bescheinigten ihren Ärzten die Noten „gut“ oder „sehr gut“. Lediglich ein Prozent aller Umfrageteilnehmer schätzt die Arbeit des eigenen Arztes als mangelhaft ein. Ein Grund für diese positiven Aussagen dürfte die Tatsache sein, dass jeder Patient seinen Hausarzt selbst wählen darf.