Gesetzliche Krankenversicherung: Einführung der elektronischen Gesundheitskarte

Die Kassen der gesetzlichen Krankenversicherung haben damit begonnen, die viel diskutierten und umstrittenen elektronischen Gesundheitskarten an die Beitragszahler zu verschicken. Mit der Einführung der Karte ändert sich zunächst allerdings nur wenig. Bis zum Jahresende 2011 werden etwa sieben Millionen gesetzlich Krankenversicherte die neue Chipkarte erhalten.

Neben den bisher schon gespeicherten Daten wie Adresse, Geburtsdatum Geschlecht und Versicherungsnummer enthält die Karte als Neuerung ein Passbild des Versicherten. Mit dem Foto soll vor allem der Missbrauch der Karte eingeschränkt werden. Bereits integriert ist auf dem neuen elektronischen Dokument ein Mikrochip, der künftig wichtige Patientendaten speichert. Zunächst soll ein elektronischer Online-Datenaustausch möglich sein. Deshalb werden in einem ersten Schritt auf dem Chip sogenannte Notfalldaten gespeichert. Zu diesen Daten gehören beispielsweise Informationen über Allergien, Unverträglichkeiten für bestimmte Medikamente, Vorerkrankungen oder eine Patientenverfügung.

Einen bestimmten Termin für die Einführung dieser ersten Phase der Datenerfassung gibt es allerdings bisher nicht. Die auf der Karte gespeicherten Daten sollen sich später auch online ändern lassen, wie dies zum Beispiel bei einem Umzug mit den Adressdaten notwendig wäre. Was dann folgt, ist die Erfassung von Informationen, die Datenschützer stark kritisieren. Es sollen Befunde, Röntgendaten, Laborwerte und weiter Informationen zu Behandlungen und zur Krankengeschichte des Versicherten aufgezeichnet werden. Diese Werte können dann verschlüsselt über Onlineverbindungen zwischen Ärzten ausgetauscht werden.

Und gerade dies ruft die Datenschützer auf den Plan. Schließlich gelangen auf diese Wiese hochsensible persönliche Daten über das Internet in Umlauf. Zwar wird immer wieder von offizieller Stelle darauf verwiesen, dass die Daten nur unter höchsten Sicherheitsaspekten verschickt werden. Aber was ist heute beim Datenaustausch via Internet schon völlig sicher?