Durchwachsene Bilanz der privaten Krankenversicherungen

Die privaten Krankenversicherungen (PKV) veröffentlichten kürzlich Zahlen und Analysen des vergangenen Geschäftsjahres. Die Zahl der Versicherten lag bei 8,96 Millionen. Dies ist ein Rückgang gegenüber dem Jahr 2011 von über zwanzigtausend Versicherten. Allerdings konnte im Gegenzug ein starker Zuwachs bei den privaten Krankenzusatzversicherungen verzeichnet werden. Hier wurden 2012 über eine halbe Millionen zusätzlicher Policen abgeschlossen.

Bei den zusätzlichen privaten Versicherungen nimmt die Pflegezusatzversicherung erwartungsgemäß einen besonders hohen Stellenwert ein. Mit einer Steigerung von über 16% liegt der Gesamtbestand bei der Pflegeversicherung jetzt bei 2,2 Millionen. Den Abwärtstrend im Kerngeschäft, also der privaten Krankenversicherung als Vollversicherungsleistung begründete der Vorsitzende des Verbandes der PKV mit Sondereffekten, die gleich in mehrfacher Hinsicht zum Tragen kamen. Hauptgrund ist die Aufnahme einer Tätigkeit als Arbeitnehmer durch eine Vielzahl von Kleinstunternehmern, die im Zuge der letzten Wirtschaftskrise in die Selbständigkeit getrieben wurden.

Jetzt sieht es auf dem Arbeitsmarkt wieder deutlich besser aus. Mit dem Einstieg in das neue Berufsleben wechselten aber viele dieser Selbständigen wieder in eine gesetzliche Krankenversicherung zurück. Die Einführung der Unisex-Tarife habe zudem viele derzeit gesetzlich Versicherte, die an sich wechselwillig waren, zu einer abwartenden Haltung geführt. Verstärkt wurde die Tendenz noch dadurch, dass in jüngster Zeit immer wieder Berichte in den Medien auftauchten, die eine starke Erhöhung der Beiträge der privaten Krankenversicherungen vorhersagten.

Die wiederholten Beiträge in Printmedien und Internetblogs hätten nach Meinung des Verbandes der PKV zu einer sehr skeptischen Haltung vieler gesetzlich Versicherter geführt. Die finanzielle Situation der PKV sieht derzeit gut aus. Nach vorläufigen Angaben stiegen die Einnahmen der privaten Kassen im vergangenen Jahr um fast drei Prozent auf 35,7 Milliarden Euro. Die Versicherungsleistungen beliefen sich auf 23,3 Milliarden Euro. Die Altersrückstellungen stiegen an und belaufen sich derzeit auf etwa 180 Milliarden Euro.