Die Autoversicherung zahlt nicht beim Folgeschaden für den ersten Fall erneut

Wird der Erstschaden an einem Fahrzeug nicht repariert, kann die Autoversicherung die Zahlung bei einem Folgeschaden einschränken. Ein solches Urteil wurde durch das Amtsgericht München kürzlich gefällt.

Im konkreten Fall war das Auto eines Versicherten bei einem schweren Hagelschauer im Jahr 2008 beschädigt worden. Ein zur Beurteilung herangezogener Gutachter bewertete den Schaden damals auf rund 2400 Euro. Die Versicherung zahlte die Summe dem Fahrzeughalter aus. Doch dieser schaffte seinen Wagen nicht etwa umgehend in die nächste Kfz-Werkstatt sondern behielt das Geld für sich.

Nachdem das Auto erneut bei einem Hagel beschädigt wurde, wandte sich der Besitzer des Autos an einen anderen Gutachter. Dieser schätzte den Gesamtschaden auf reichlich 2600 Euro ein, nicht wissend, dass der Wagen bereits „vorgeschädigt“ war. Die Versicherung verweigerte die Zahlung. Da der Kfz-Besitzer die Beseitigung des ersten Schadens nicht nachweisen konnte, musste die Versicherungsgesellschaft davon ausgehen, dass sie für den gleichen Schaden ein zweites Mal zur Kasse gebeten werden sollte. Die Autoversicherer zogen die Zahlung der ersten Summe und den Selbstbehalt von der ermittelten Summe des zweiten Gutachtens ab und zahlten dem Versicherten nur einen Differenzbetrag von 66 Euro aus.

Der Fahrzeughalter zog daraufhin vor Gericht und wollte die gesamte Schadenssumme laut zweitem Gutachten einklagen. Die Richter gaben aber der Versicherungsgesellschaft Recht. Nach Ansicht des Gerichts müssten nur die Kosten durch die Versicherung übernommen werden, die notwendig seien, um das Fahrzeug wieder in den Zustand vor dem zweiten Hagelschaden zu versetzen. Da der zweite Gutachter nichts von dem Vorschaden wusste, sei dieses zweite Gutachten zu vernachlässigen. Die angebotene Versicherungssumme von 66 Euro sei demnach angemessen.