Deutsche verlieren immer mehr Vertrauen in die Lebensversicherung

Das Thema Lebensversicherung steht schon seit geraumer Zeit in den Schlagzeilen. Dies dürfte sich auch in absehbarer Zukunft nicht ändern.

Kürzlich sorgten Pressemeldungen um mögliche finanzielle Schieflagen kleiner Versicherer für Sorgen bei den Verbrauchern. Auf dieser Basis gab die bekannte deutsche Zeitung „Bild am Sonntag“ eine Umfrage in Auftrag, mit der die Stimmungslage in der Bevölkerung getestet werden sollte. Die Ergebnisse der von Emnid durchgeführten Umfrage lieferten ein ernüchterndes Ergebnis. Unter den derzeitigen Bedingungen würden etwa 69 Prozent der Befragten keine Kapitallebensversicherung abschließen. Eine Zweidrittelmehrheit äußerte sich zudem skeptisch, ob die in den Vertragsbedingungen garantierten Leistungen tatsächlich zur Auszahlung kommen werden, wenn die Versicherung noch einige Jahre Laufzeit aufweist.

Beruhigend versucht der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) indes auf die Versicherten einzuwirken. Die sich häufenden Meldungen, dass viele Versicherer nicht mehr in der Lage sein werden, die Garantiezinsen zu zahlen, würden jeglicher Grundlage entbehren. Die deutsche Lebensversicherung sei sicher. So sicher, wie es uns vor Jahren unsere führenden Politiker bei der gesetzlichen Rente sagten?

Aber selbst wenn die derzeitigen Garantiezinsen von 1,75% zur Auszahlung gelangen sollten, muss sich jeder Versicherte im Klaren darüber sein, dass diese Summe deutlich unter der gegenwärtigen Inflationsrate von 2,5% liegt. Man könnte die Situation auch so betrachten: Es findet gerade eine Umschuldung oder schleichende „Enteignung“ der Sparer oder in diesem Fall der Versicherten statt. Die Umverteilung geht also vom Sparer zum Schuldner, der im ganz konkreten Fall der Staat ist. Nur wenn die Zentralbank ihre Zinspolitik mittelfristig ändert, wird auch die Lebensversicherung wieder attraktiv. Davon kann man derzeit nicht ausgehen.