Der Versicherungsschutz der Autoversicherung ist an ein montiertes Kennzeichen gebunden

Wer mit seinem Fahrzeug ohne montiertes Kennzeichen unterwegs ist, riskiert den Schutz der Autoversicherung bei einem Unfall.

Für Überführungs- und Probefahrten gibt es in Deutschland ein rotes Wechselkennzeichen (Kfz-Kennzeichen). Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass ein Versicherungsschutz nur für das Auto gilt, an dem das rote Kennzeichen angebracht ist. Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz muss das Schild mit dem Fahrzeugkennzeichen dabei zwingend am vorgesehenen Platz montiert sein, wenn ein Versicherungsfall eintritt. Andernfalls kann der Versicherer die Übernahme eines Schadens verweigern.

Konkret wurde der Fall verhandelt, bei dem der Autobesitzer das Schild mit der roten Überführungsnummer über Nacht in sein geparktes Auto gelegt hatte, in der Meinung, dass sonst die Sicherheit vor Verlust nicht gewährleistet sei. In der Nacht kam es zu einem Brand, bei dem der PKW beschädigt wurde. Die Versicherung lehnte die Übernahme des Brandschadens ab, mit der Begründung, dass die Kennzeichnung des Fahrzeuges nicht vorschriftsgemäß gewesen wäre. Das Gericht gab der Versicherungsgesellschaft Recht. Durch sein unvorschriftsmäßiges Verhalten hätte der Versicherte keinen Schadensersatzanspruch.

Auch in anderen Fällen kann ein nicht vorschriftsmäßiges Verhalten zum Verlust der Versicherungshaftung führen. So muss der Verursacher eines Verkehrsunfalls auf jeden Fall so lange am Unfallort verbleiben, bis die Polizei den Schaden aufgenommen hat. Ist der Geschädigte am Unfallort zu gegen, kann bei Bagatellschäden auch ein Austausch der persönlichen Daten vereinbart werden.

Dies bestätigte kürzlich ein Urteil des Saarbrücker Landesgerichts. Verhandelt wurde der Fall eines Fahrzeugführers, der beim Einparken einen bereits abgestellten PKW gestreift und beschädigt hatte. Der Verursacher des Schadens hinterließ zwar an der Unfallstelle seine persönlichen Daten, verließ den Ort jedoch, ohne auf die Polizei oder den Geschädigten gewartet zu haben. Die Autoversicherung des Unfallverursachers beglich zwar zunächst den Sachschaden, forderte aber vom Versicherten den Betrag zurück. Zu Recht, wie das Landesgericht urteilte. Es stellte einen Verstoß gegen die Wartepflicht fest.

Bei der Autoversicherung wird auch der Baustein Insassen Unfallversicherung angeboten. Ob dieser sinnvoll ist, sollte jeder für sich selbst entscheiden.