Autoversicherung: Rabattschlacht bei Wechselkennzeichen

Einige Autoversicherer gewähren hohe Rabatte für Kraftfahrer, die zwei Wagen mit einem sogenannten Wechselkennzeichen zulassen. Seit dem 1. Juli ist es möglich, für zwei Fahrzeuge nur ein Kennzeichen zu benutzen. Voraussetzung dafür ist, dass der Autofahrer immer mit dem Hauptnummernschild unterwegs ist.

Interessant ist diese neue Zulassungsform für Haushalte mit zwei Fahrzeugen, wenn diese in der Regel nicht gleichzeitig benutzt werden. Nach neuem Recht können aber nur Kraftfahrzeuge der gleichen Gruppe – beispielsweise PKW – mit einem Wechselkennzeichen ausgestattet werden. Für die neue Zulassungsart räumen einige Versicherer erhebliche Beitragsnachlässe von bis zu 25% bei der Autoversicherung ein. Dies bestätigte kürzlich der DEVK-Vorstand. Bei genannter Versicherung gilt der Rabatt für beide Fahrzeuge, wenn sie auch beide beim Unternehmen versichert sind.

Nicht nur die DEVK bietet die Sonderleistungen an. Auch die Aachen-Münchener, die HUK-Coburg, die Allianz und weitere Versicherungsgesellschaften wollen die günstigeren Konditionen in ähnlicher Form offerieren. Der Rabattkampf scheint also eröffnet. Noch machen aber nicht alle Versicherer mit. So haben zum Beispiel die Gesellschaften Axa, Ergo, Gothaer, VHV und Provinzial Rheinland angekündigt, dass sie für die Wechselkennzeichen keine Vergünstigungen einräumen werden.

Die letztgenannten Unternehmen argumentieren, dass sie durch die geringen Fahrleistungen von Zweitwagen pro Jahr und die angebotenen „Wenigfahrer-Tarife“ für ihre Kunden günstige Konditionen bereithalten. Denn es gibt eine ganze Reihe von Versicherern, die mit der Ankündigung besagter Rabatte, den Startschuss für einen ruinösen Wettbewerb sehen. Experten gehen davon aus, dass im laufenden Jahr viele Autoversicherer einen negativen Geschäftsumsatz ausweisen werden. Branchenkenner meinen, dass sich der Verlust der Versicherer auf etwa 800 Millionen Euro belaufen wird.