Autoversicherung: Aktuelle Gerichtsurteile

Nach einem Autounfall wollte ein Geschädigter die Reparaturkosten seiner Autowerkstatt abrechnen. Nach einem eingeholten Gutachten, hatte er die Arbeiten in einer freien Vertragswerkstatt in Auftrag gegeben. Die Autoversicherung lehnte die Zahlung ab, da im Ort noch eine andere Autowerkstatt mit niedrigeren Stundenlöhnen ansässig sei. Zu Unrecht entschied das Amtsgericht Essen. Es sei dem Unfallgeschädigtem nicht zuzumuten, dass er erst einen umfassenden Vergleich aller Autowerkstätten vor Ort anstelle, bevor er einen Reparaturauftrag auslöse. Schließlich habe er bereits eine gegenüber der autorisierten Fachwerkstatt des Herstellers günstigere freie Werkstatt beauftragt.

Wenn der Autoschlüssel verloren geht, muss die Kaskoversicherung einen Folgeschaden nicht bezahlen. So urteilte das Landgericht Kleve. Ein Autobesitzer hatte den Fahrzeugschlüssel verloren und trotz intensiver Suchmaßnahmen über die Nachbarschaft und das Einschalten der Polizei diesen nicht wiedererlangt. Er fuhr deshalb sein Fahrzeug fortan mit dem Ersatzschlüssel. Den Schlüssel fand aber ein Minderjähriger, der das Auto identifizieren konnte. Seine Spritztour mit dem gestohlenen Wagen endete mit einem Unfall. Die Kaskoversicherung des Autobesitzers verweigerte jegliche Zahlung. Zu Recht, wie das Landgericht urteilte. Wer nach Verlust des Schlüssels keinerlei Maßnahmen zur Sicherung des Fahrzeugs gegen Diebstahl trifft, handelt grob fahrlässig. Bei grober Fahrlässigkeit muss die Versicherung aber nicht zahlen.

Die Teilkaskoversicherung muss für den Schaden aufkommen, den ein Autofahrer verursacht, wenn er vor einem größeren Tier ausweicht, welches auf die Fahrbahn läuft. Die Versicherung ist grundsätzlich einstandspflichtig, sofern die Reaktion des Fahrers angemessen war. Davon abhängig ist unter anderem auch die Größe des Tieres, vor dem der Fahrer auswich. Lässt sich die Größe im Nachhinein nicht mehr feststellen und damit auch die mögliche Gefahr durch einen Zusammenstoß nicht mehr beurteilen, so ist eine Kürzung der Leistungen der Kaskoversicherung um fünfzig Prozent zulässig, wie das Oberlandesgericht Saarbrücken in einem 2011 verhandelten Fall entschied.